Integration ALLER Updates in Windows 7

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Integration ALLER Updates in Windows 7

#1

Beitrag von g-force » Di 26. Jul 2016, 18:34

Problem:

Die Installation von Windows 7 auf aktueller Hardware bringt einige Hürden mit sich. Größtes Problem ist dabei,
daß die originale Win7-ISO oft gar nicht die Hardware erkennt und die Installation aufgrund mangelnder Treiber schon gleich am Anfang scheitert,
da die Festplatten (SSD, NVme) nicht erkannt werden. Wenn man dann soweit gekommen ist, daß die Installation möglich ist und Win7 installiert wurde,
folgt eine endlose Update-Tortur über Windows-Update (kurz: WU) mit riesigen Downloads, mehreren Neustarts und einem anschließend "frischem" System,
das jetzt schon zugemüllt ist. Obwohl Win7 eine Unmenge von eigenen Treibern mitbringt, sind diese meist hoffnungslos veraltet und damit überflüssig - die aktuellen Treiber fehlen uns aber und müssen nachinstalliert werden. Mit einer Maus/Tastatur am USB3-Port unmöglich, denn die funktionieren ja auch nicht... :cry:
Wir brauchen also eine Win7-ISO, die uns sowohl die aktuellen Treiber mitbringt (damit wir überhaupt installieren können) und idealerweise auch die ganzen Updates bis heute, damit wir mit einem Up-to-Date-System starten können. Leider hat uns Microsoft mit seiner undurchschaubaren Updatepolitik bei Win7 einige Stolpersteine in den Weg gelegt. Ich gebe selber zu, daß ich das auch nicht alles verstehe und auch nicht jedes KBxxxxxxx (Update) erklären kann. Ziel dieses Threads ist es, ein Win7 zu installieren, das beim ersten Aufruf von WindowsUpdate so nahe an "Ihr System ist aktuell" wie möglich ist.
Ich habe die aktuelle ISO (Stand: 09-2018) mit den Editionen "Home Premium", "Professional" und "Ultimate" bereits mit den nötigsten Treibern für Euch vorbereitet,
den Link findet Ihr am Ende des Posts. Wer faul ist, überspringt die nächsten Kapitel. Ich empfehle aber weiterzulesen und selberzumachen. :read:


Voraussetzung und Tools:

Ausgangspunkt der Bearbeitung ist die ISO bzw. DVD "Windows 7 incl. SP1", darauf baut sich alles auf. Der offizielle Download von Microsoft ist > hier < zu finden.
Wer im Netz sucht, wird sicher auch andere Downloadquellen finden. Der Download und (testweise) Installation von Win7 ist völlig legal,
ein gültiger Produktkey macht bei all unserer Mühe aber natürlich Sinn, um Win7 länger als 90 Tage nutzen zu können.
Wir können die ersten Schritte der Bearbeitung problemlos unter einem laufenden Windows 10 durchführen. Während unserer Bearbeitung erstellen wir ein Win7-System, in dem wir vorübergehend weiterarbeiten, um weitere Treiber zu integrieren. Ich empfehle dringend, die Bearbeitung einer Win-ISO immer unter dem OS durchzuführen, das auch bearbeitet werden soll.
Weiterhin benötigen wir einige Tools, die uns die Bearbeitung und Installation der ISO ermöglichen:
  • NTLite - Integration von Treibern und Updates, ISO-Erstellung
  • EasyBCD - Bearbeitung des Windows-Bootloaders
  • Macrium Reflect - Sicherung des Systems und Dateien
  • UltraISO - Entpacken von ISO-Dateien, oder alternativ:
  • 7-Zip - Entpacken von ISO-Dateien
  • GImageX - Sichern und Ausrollen von Captures (WIM)
  • Rufus - Installation von USB
Einige dieser Tools und andere nützlich Software laufen hervorragend als "portable Apps" ohne Installation. Ich habe dazu eine spezielle "PortableApps-Edition" zusammengestellt, die ich ebenfalls im unten verlinkten Downloadordner zur Verfügung stelle.

Vorbereitung:

Ich habe nun alle Tools, um mein System komplett zu zerstören und unbootbar zu machen, Herzlichen Glückwunsch. :D
Um dieses zu vermeiden, erstellen wir mit "Macrium Reflect" ein Backup des Systems, damit es immer ein "zurück" gibt.
Sinnvoller Ort für ein Backup ist eine externe Festplatte, auf keinen Fall eine der bootbaren, eingebauten SSD, HDD oder gar die Systemplatte.
Ich setze gewisse Grundkenntnisse voraus, die man auch in einem Thread von mir nachlesen bzw. erweitern kann: > Tipps, Tools & Tricks (by g-force) <
Desweiteren benötigen wir einen Arbeitsordner mit ca. 30 GB Platz, möglichst im Root einer Partition (nicht auf der aktuellen Systempartition!),
um die Pfade nicht unnötig zu verlängern. NTlite benötigt ein TEMP-Verzeichnis, das normalerweise auf "C:/" landet, auch dort sollte ausreichend Platz sein.
In unserem Arbeitsordner legen wir auch einen Ordner "Treiber" an, den wir mit underen benögtigten Treibern (entpackt) befüllen.
Da wir Win7 real auf unserm PC als sogenanntes "Dual-Boot-System" installieren werden, benötigen wir eine freie Partition (ca 30 GB), möglichst auf der Systemplatte (neben der aktuellen Windows-Installation. Das Einrichten sollte problemlos über windows-eigene Datenträgerverwaltung möglich sein.

Schritt 1 - NTlite und die wichtigen Treiber:

Ich entpacke meine ISO (mit UltraISO oder 7zip) in mein Arbeitsverzeichnis (Beispiel: D:/Win7ISO_original). Ich starte NTlite und füge das Verzeichnis hinzu.
Dazu gibt es eine tolle Anleitung von meinem Freund Dieter (Fernando): > How-To] Integration von Treibern in ein Win7/8/10 Image <
Dort ist auch bereits die Integration von Treibern erklärt. Die Installation von Windows startet mit der "boot.wim" - fehlen dort schon Treiber,
wird die Hardware nicht erkannt, die Festplatten sind "weg", Installation scheitert. Es müssen also wichtige aktuelle Treiber in die "boot.wim" integriert werden.
Diese Treiber müssen aber unbedingt auch in der "install.wim" vorhanden sein, sonst scheitert die Installation an diesem (nächsten) Punkt.
Win7 bringt keine Treiber für USB3 mit, außerden fehlen aktuelle RAID-Treiber, auch NVme ist für Win7 unbekannt. Genau diese Treiber müssen unbedingt in die "boot.wim" und die "install.wim" integriert werden. Einen Download findet ihr am Ende des Posts.
Weitere Treiber findet ihr hier in unserem Forum: > Windows 7 Treiber (speziell für die Integration) <
Wenn unser Win7 erstmal läuft, haben wir die Möglichkeit, mit "DoubleDriver" die installierten Treiber in reiner Form zu extrahieren und sie mit NTlite in das Image zu integrieren (mit einer NTlite-Lizenz wäre das einfacher).
Die Integration führen wir nun mit "NTlite" gemäß der Anleitung von "Fernando" durch und erstellen uns eine erste Win7-ISO.

Schritt 2 - Integration und Installation der Updates:

Die vollständige Offline-Integration aller Updates in eine Win7-ISO mit NTlite oder anderen Tools (DISM, etc.) halte ich mittlerweile für nicht möglich. Woran es im einzelnen scheitert, kann und will ich hier nicht genauer erörtern. Fakt ist, daß nach einer Installation eigentlich immer irgendwas fehlt und nachgeladen werden muß - was manchmal sogar scheitert, weil das Abbild "Schluck-Auf" hat und die integrierten Updates zicken. Viele Teile wie z.B. .NET-Framework und IE11 können nicht vollständig integriert werden und bedürfen einer Nachsorge nach der Installation von Win7. Auch die Integration von Treibern (und deren vorherige Bereitstellung ist ein Buch mit 1000 Siegeln. Bei einer Installation auf einem laufenden System sieht das anders aus. Win7 zieht sich die nicht vorhandenen Updates (und sogar einige Treiber) über WU aus dem Netz, nach mehreren Durchläufen von WU und Neustart haben wir irgendwann ein aktuelles System. Ziel unserer Mühen ist es, dieses Up-to-date-System zu sichern (Capture) und als neue "install.wim" in unsere "Win7-ISO-2018" zu verpflanzen. Dazu später mehr im Kapitel "Capture und WIM".
Wir haben uns im vorherigen Kapitel "Wichtige Treiber" eine installierbare Win7-ISO ohne Updates erstellt, diese werden wir nun in die freie 30-GB-Partition installieren. Dazu erstellen wir mit "Rufus" einen bootbaren USB-Stick, als Abbild wählen wir unsere erstellte ISO. Die Installation sollte komplett durchlaufen, wir erstellen einen beliebigen Benutzer und gelangen auf den Desktop. Wenn wir bis hier gekommen sind, ist die erste große Hürde geschafft!
Hinweis: Ich habe bei meinem Mainboard (Asus Z170-K) Probleme mit der UEFI-Unterstützung bei Win7. Das Mainboard schaltet selbstständig das CSM ein. Bei Schwierigkeiten bei der Installation sollte man evtl. im BIOS die Einstellungen anpassen.
Wer im Besitz einer Treiber-CD für seinen PC bzw. Mainboard ist, sollte nun alle fehlenden Treiber nachinstallieren. Wer eine solche CD nicht besitzt, muß sich selber auf die Suche machen - aufgrund der Menge an verschiedenen Treibern werde ich darauf nur auf Nachfrage eingehen. Ein Check im Gerätemanager gibt uns Auskunft, ob alle Geräte richtig installiert sind. Wenn alle Hardware läuft, sollten wir nun auch online sein.
Obwohl wir nun alle Updates über WU ziehen könnten, spricht nichts dagegen, ein sogenanntes "Updatepack" auf die Installation loszulassen.
Gute Ehrfahrungen habe ich mit dem Pack von "Winfuture" gemacht: > WinFuture Windows 7 SP1 Update Pack <.
Nach erfolgter Installation und Neustart besuchen wir nun mehrmals WU, bis wir den ersehnten Hinweis bekommen,
daß Windows auf dem aktuellen Stand ist und "keine Updates verfügbar" sind.
Wir führen eine komplette Datenträgerbereiningung durch und checken nach einem Neustart vorsichtshalber nochmal WU.

Schritt 3 - Sysprep und Capture:

Die folgenden Schritte "Sysprep", "Capture" und "Austausch der install.wim" habe ich bereits in einem anderen Thread erklärt, den ihr hier findet: viewtopic.php?p=2989#p2989
Zusammengefaßt machen wir folgendes: Wir bereiten unser nun aktuelles Win7 mit Sysprep für das Capture vor (OOBE, Verallgemeinern, Herunterfahren). Wir booten in unser Haupt-OS und sichern die Win7-Partition mit "GImageX" in eine "install.wim". Diese WIM wird nun in unsere erste Bearbeitung von Win7 kopiert und ersetzt die ursprüngliche "install.wim". Mit NTlite erstellen wir aus dem Ordner nun wieder eine ISO "Win7-2018". Das Ziel ist erreicht und zum Test wiederholen wir die Installation auf unserer 30GB-Partition (das alte Win7 dabei löschen). Wenn alles geklappt hat, haben wir ein aktuelles Window 7 installiert, das auf aktuellem Stand ist und bereits alle Treiber und Updates für deinen PC enthält.

Alternative Methoden und Besonderheiten:

1. Statt einer herkömmlichen Installation (in einem Dual-Boot-System) können wir mit "GImageX" auch eine WIM auf eine Partition ausrollen (Apply). Das ist im Grunde dasselbe wie die Installation über die "boot.wim", es werden aber keine Veränderungen im BCD (Bootmanager) vorgenommen - der Booteintrag fehlt und muß manuell mit "EasyBCD" eingetragen werden. Dies ist oft eine große Zeitersparnis, was vorallem beim Testen eine Rolle spielt.
2. Statt einer realen Installation kann man natürlich auch alles in einer VM (z.B. VirtualBox) machen. Vorteil sind die Geschwindigkeit und die geringe Gefahr für das laufende System. Über das Mounten der VHD kann man hier ebenfalls mit "GImageX" ein Capture ziehen. Nachteil ist hier das Fehlen der Treiber, die weder über WU geladen werden noch einfach installiert werden können. Außerdem habe ich bei späterer realer Installation Probleme mit der "vboxmouse.sys" gehabt (ein VM-Treiber, der in realer Installation zu einem Bluescreen führt).
3. Die Beschränkungen der Free-Version von NTlite sind ziemlich gravierend. Die Möglichkeit der LIVE-Bearbeitung (installiertes Windows), der Treiberim- und export sind Features, auf die ich nicht verzichten möchte. Diese Anleitung baut auf die Free-Version auf - mit der Lizenz ergeben sich viele weitere Möglichkeiten, auf die ich in dieser Anleitung nicht eingegangen bin, aber gerne Fragen dazu beantworte.


Downloads:

Ich stelle hier eine fertige Win7-ISO (HomePremium, Professional, Ultimate) in 64bit zur Verfügung. Diese enthält die notwendigen Treiber zur Installation, einige aktuelle Treiber für Grafik, Sound und Chipset und natürlich alle Updates incl. .NET (Stand 09/2018). Diese ISO kann problemlos mít NTlite weiter bearbeitet werden. Entfernt wurden lediglich veraltete Treiber für Drucker, Modems, Grafik und Netzwerk.
Ein Treiberarchiv mit den wichtigen Boot-Treibern sowie eine PortableApps-Edition mit nützlichen Tools stehen ebenfalls zur Verfügung.
Alle benötigten Files findet ihr in meinem GoogleDrive-Ordner : Zeige Spoiler
https://drive.google.com/drive/folders/ ... CuJm4DnGxr
Viel Erfolg bei der Erstellung und Installation wünscht "g-force" (Gunnar)
Zuletzt geändert von g-force am Do 4. Okt 2018, 10:12, insgesamt 20-mal geändert.

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Re: Integration ALLER Updates in Windows 7

#2

Beitrag von g-force » Mo 24. Sep 2018, 22:58

Eine (mir neue) Erkenntnis, die mich u.a. dazu bewogen hat, die "Windows 7 Home Basic" nicht mehr in meine Bemühungen einzubeziehen:

Physikalische RAM-Limitierung bei Windows 7:

Version Limit X86 / Limit X64

Windows 7 Ultimate 4 GB / 192 GB
Windows 7 Enterprise 4 GB / 192 GB
Windows 7 Professional 4 GB / 192 GB
Windows 7 Home Premium 4 GB / 16 GB
Windows 7 Home Basic 4 GB / 8 GB
Windows 7 Starter 2 GB / N/A


Quelle: https://docs.microsoft.com/de-de/window ... s-releases
Zuletzt geändert von g-force am Mi 3. Okt 2018, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Integration ALLER Updates in Windows 7

#3

Beitrag von g-force » Mi 3. Okt 2018, 15:52

Der Startpost wurde von mir komplett überarbeitet und aktualisiert: viewtopic.php?p=39#p39

Der Thread wird nun bereinigt, alle bisherigen Fragen und Anmerkungen sind in die Überarbeitung mit eingeflossen.

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